Praxisräume im Jugendstilhaus: was der Altbau für die Flächenhygiene bedeutet
Ein Teil der Schwabinger Praxen liegt in den Jugendstil-Mehrfamilienhäusern an der Leopoldstraße. Geplant war dort Wohnnutzung, nicht Medizin. Wo Parkett, Stuckkehlen und Kastenfenster mit tiefen Leibungen erhalten sind, ergeben sich zwei Randbedingungen: ein Bodenbelag, der Feuchtigkeit und Desinfektionsmittel nur begrenzt verträgt, und viele Kanten und Profile, in denen sich Staub sammelt.
Besonders klärungsbedürftig ist Parkett im Behandlungsraum. Versiegelte Flächen lassen sich nebelfeucht wischen und punktuell wischdesinfizieren; geölte oder gewachste Beläge reagieren empfindlich auf alkoholische Präparate und auf zu viel Wasser, das in die Fugen zieht und die Riemen aufquellen lässt. Wir prüfen bei der Begehung, welcher Aufbau vorliegt, und legen erst danach fest, welche Flächen desinfiziert werden. Unter der Behandlungseinheit und dem Rollhocker empfehlen wir eine abwaschbare Schutzfläche statt einer täglichen Nassbehandlung des Holzes.
Stuckkehlen, Kassettentüren, Heizkörpernischen und die oberen Kanten der Fensterleibungen gehören nicht in die tägliche Reinigung, sondern in einen mehrwöchigen Turnus. Fehlt diese Trennung, entsteht entweder unnötiger Aufwand im Alltag, oder es bilden sich über Jahre Staubdepots oberhalb der Augenhöhe.

