Schmutzeintrag in der Gründerzeitbebauung: die Sauberlaufzone entscheidet
Rund um Wiener Platz und Bordeauxplatz stehen die Gründerzeithäuser unmittelbar an der Straße. Liegt die Praxis im Erdgeschoss oder Hochparterre, sind es von der Bordsteinkante bis zur Tür nur wenige Schritte. Wo kein Windfang vorgelagert ist, wandert der Straßenschmutz ungefiltert in Flur und Wartezimmer, im Winter zusätzlich Splitt und Streusalz.
Fachlich gehört dorthin eine dreistufige Sauberlaufzone: eine Grobschmutzmatte im Außenbereich, eine feuchtigkeitsaufnehmende Zone im Eingang und eine Feinschmutzmatte innen. Wirksam wird sie erst über eine Lauflänge von mehreren Schritten; eine einzelne kleine Matte vor der Tür nimmt nur einen Bruchteil auf. Wo diese Länge im Altbaugrundriss fehlt, muss der Eingangsbereich häufiger gereinigt werden; das ist eine bewusste Kostenentscheidung.
Der Effekt zeigt sich schnell. Splitt und Sand wirken auf elastischen Belägen wie Schleifpapier und tragen den Pflegefilm in den Laufstraßen ab. Ein stumpf gescheuerter Linoleum- oder PVC-Boden lässt sich nur noch über eine Grundreinigung mit neuer Beschichtung retten.

