
Schimmel im Gebäude erkennen und professionell entfernen
Schimmel im Gebäude erkennen und professionell entfernen
Schimmel in Gebäuden ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl die Gesundheit der Bewohner als auch die Bausubstanz erheblich schädigen kann. In München, wo die Luftfeuchtigkeit besonders in den kälteren Monaten hoch sein kann und viele Altbauten über eine unzureichende Wärmedämmung verfügen, tritt Schimmelbefall besonders häufig auf. Schätzungen zufolge ist jede fünfte Wohnung in Deutschland von Schimmel betroffen – in Altbauvierteln wie Schwabing, Haidhausen oder der Maxvorstadt liegt die Quote vermutlich noch höher. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Schimmel frühzeitig erkennen, welche Gesundheitsrisiken bestehen und warum eine professionelle Entfernung oft die einzig nachhaltige Lösung ist.
Wie entsteht Schimmel in Gebäuden?
Schimmelpilze benötigen drei Bedingungen, um zu wachsen: Feuchtigkeit, organisches Nährstoffmaterial und eine geeignete Temperatur. In Gebäuden finden sie diese Bedingungen leider häufig vor. Die häufigsten Ursachen für Schimmelbildung sind:
- Kondenswasser an kalten Wänden: Wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Außenwände trifft, kondensiert die Feuchtigkeit an der Oberfläche. Dies ist die häufigste Ursache für Schimmelbildung in Wohnungen und Büros – besonders an Fensterlaibungen, hinter Schränken an Außenwänden und in Raumecken, wo die Luftzirkulation eingeschränkt ist. In Münchner Altbauten mit ihren oft dicken, aber schlecht gedämmten Außenwänden ist dieses Phänomen besonders verbreitet.
- Wasserschäden: Rohrbrüche, undichte Dächer, defekte Abdichtungen oder Überschwemmungen führen zu einer massiven Durchfeuchtung der Bausubstanz, die ohne professionelle Trocknung fast immer Schimmelbildung nach sich zieht. Schon 48 bis 72 Stunden nach einem Wasserschaden können sich erste Schimmelpilze ansiedeln.
- Baumängel: Wärmebrücken – etwa ungedämmte Stahlbetonteile, die durch die Außenwand ragen, Rollladenkästen oder ungedämmte Fensterstürze – fehlende Dampfsperren oder unzureichende Abdichtung im Kellerbereich sind typische Baumängel, die Schimmel begünstigen. In Münchens zahlreichen Nachkriegsbauten sind solche konstruktiven Schwächen keine Seltenheit.
- Unzureichendes Lüften: Moderne, luftdicht gebaute oder energetisch sanierte Gebäude tauschen weniger Feuchtigkeit mit der Außenluft aus als ältere, undichtere Bauten. Ohne regelmäßiges Stoßlüften steigt die relative Luftfeuchtigkeit schnell über den kritischen Wert von 60 Prozent – ab 70 Prozent beginnt Schimmel zu wachsen.
- Feuchte Nutzung: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen in der Wohnung und sogar die Atemluft der Bewohner produzieren täglich mehrere Liter Wasserdampf. Ein Vierpersonenhaushalt gibt pro Tag bis zu 12 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Wird diese Feuchtigkeit nicht konsequent abgeführt, schafft sie ideale Bedingungen für Schimmelwachstum.
Schimmel erkennen: Die typischen Anzeichen
Nicht immer ist Schimmel auf den ersten Blick sichtbar. Oft versteckt er sich hinter Möbeln, unter Tapeten, in Hohlräumen oder hinter Verkleidungen. Umso wichtiger ist es, auf die subtilen Warnsignale zu achten.
Sichtbare Anzeichen
- Verfärbungen an Wänden und Decken: Schwarze, grüne, weiße oder gelbliche Flecken sind typische Anzeichen für Schimmelbefall. Auch graue, bräunliche oder rötliche Verfärbungen können auf Schimmel hindeuten, je nach Schimmelpilzart und Untergrund.
- Abblätternde Tapete oder Farbe: Wenn sich Tapete oder Wandfarbe ohne erkennbaren Grund löst, blasen bildet oder sich wellt, kann dahinter Feuchtigkeit und Schimmel stecken.
- Feuchte Stellen und Wasserflecken: Dunkle Flecken an Wänden oder Decken, besonders nach Regenfällen, deuten auf eindringende Feuchtigkeit hin und sind häufig Vorboten für Schimmelbildung.
- Salzausblühungen: Weiße, kristalline Ablagerungen an Kellerwänden oder Sockelbereichen zeigen aufsteigende Feuchtigkeit an – ein Phänomen, das in Münchner Kellern aufgrund des teilweise hohen Grundwasserspiegels verbreitet ist.
Geruchliche Anzeichen
Ein muffiger, erdiger Geruch ist oft das erste und manchmal einzige Warnsignal für versteckten Schimmel. Dieser charakteristische Geruch entsteht durch sogenannte MVOC – Microbial Volatile Organic Compounds – flüchtige organische Verbindungen, die Schimmelpilze bei ihrem Stoffwechsel freisetzen. Wenn Sie in bestimmten Räumen regelmäßig einen muffigen Geruch wahrnehmen, der sich durch Lüften nicht dauerhaft beseitigen lässt, sollten Sie der Sache unbedingt auf den Grund gehen. Manchmal riecht ein Raum nur bei bestimmten Witterungsbedingungen muffig – etwa bei feuchtem Wetter oder wenn die Heizung anspringt.
Gesundheitliche Anzeichen
Bewohner oder Mitarbeiter, die in schimmelbelasteten Räumen Zeit verbringen, können eine Reihe von Symptomen entwickeln:
- Atemwegsreizungen, chronischer Husten, Heiserkeit, häufige Bronchitis
- Allergische Reaktionen: Niesen, laufende Nase, tränende Augen, Hautausschlag
- Chronische Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme
- Ungewöhnliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen wie Asthma
- Häufige Infekte aufgrund einer Schwächung des Immunsystems
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Bestimmte Schimmelarten, wie der berüchtigte Schwarzschimmel Stachybotrys chartarum, produzieren zudem Mykotoxine – giftige Stoffwechselprodukte, die bei dauerhafter Einwirkung ernsthafte Gesundheitsschäden verursachen können.
Warum DIY-Schimmelentfernung oft nicht ausreicht
Bei kleinflächigem Schimmelbefall unter 0,5 Quadratmeter auf glatten, nicht-porösen Oberflächen kann eine Eigenbehandlung mit geeigneten Anti-Schimmel-Mitteln ausreichend sein. Bei größerem Befall, tiefgreifender Durchfeuchtung oder Schimmel in der Bausubstanz ist jedoch professionelle Hilfe dringend erforderlich. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Oberflächliche Behandlung löst das Problem nicht: Handelsübliche Anti-Schimmel-Sprays beseitigen den sichtbaren Befall, erreichen aber nicht das tief in der Wand sitzende Myzel – das fadenförmige Netzwerk des Pilzes. Der Schimmel kehrt innerhalb weniger Wochen an derselben Stelle zurück.
- Gesundheitsrisiko bei der Entfernung: Beim unsachgemäßen Entfernen von Schimmel werden Millionen von Sporen freigesetzt, die eingeatmet werden und ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen können. Profis arbeiten mit Atemschutz, Schutzanzügen und Absaugvorrichtungen mit HEPA-Filtern.
- Ursachenbeseitigung erforderlich: Ohne die Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle ist jede Schimmelentfernung nur eine vorübergehende Maßnahme. Ein Fachbetrieb analysiert die Ursache mittels Feuchtigkeitsmessungen und Thermografie und empfiehlt gezielte Sanierungsmaßnahmen.
- Fehldiagnose: Nicht jede Verfärbung ist Schimmel, und nicht jeder Schimmel erfordert dieselbe Behandlung. Eine professionelle Diagnostik, gegebenenfalls mit Laboranalyse, stellt sicher, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.
Professionelle Schimmelentfernung: So gehen Experten vor
Eine professionelle Schimmelsanierung folgt einem strukturierten, mehrstufigen Prozess:
- Bestandsaufnahme und Ursachenanalyse: Zunächst wird das Ausmaß des Befalls ermittelt und die Feuchtigkeitsquelle identifiziert. Dazu kommen professionelle Feuchtigkeitsmessgeräte, Thermografie-Kameras zur Erkennung von Wärmebrücken und bei Bedarf Luft- oder Materialproben zum Einsatz, die im Labor auf Schimmelpilzarten und -konzentration untersucht werden.
- Abschottung des Befallsbereichs: Um eine Sporenverbreitung in andere Räume zu verhindern, wird der betroffene Bereich mit Folien und Schleusen luftdicht abgeschottet. Unterdruck-Filtergeräte mit HEPA-Filtern sorgen dafür, dass freigesetzte Sporen aufgefangen werden und nicht in angrenzende Bereiche gelangen.
- Mechanische Entfernung: Befallene Materialien wie Tapeten, Putz, Dämmung oder Holz werden fachgerecht entfernt und als kontaminierter Abfall entsorgt. Bei tiefgreifendem Befall wird der Putz bis auf das Mauerwerk abgetragen.
- Desinfektion und Behandlung: Die freigelegten Flächen werden mit professionellen Fungiziden behandelt und gründlich desinfiziert, um verbliebene Sporen und Myzelreste zu beseitigen.
- Trocknung: Durchfeuchtete Bauteile werden mit technischen Trocknungsgeräten wie Kondensationstrocknern oder Infrarot-Heizplatten auf den normalen Feuchtigkeitsgehalt gebracht. Dieser Prozess kann je nach Materialstärke mehrere Wochen dauern.
- Wiederaufbau: Nach vollständiger Trocknung und einer abschließenden Kontrollmessung werden die sanierten Flächen neu verputzt, gestrichen oder tapeziert – idealerweise mit schimmelresistenten Materialien und speziellen Anti-Schimmel-Grundierungen.
Schimmel vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen
Die beste Strategie gegen Schimmel ist die Prävention. Folgende Maßnahmen helfen, Schimmelbildung in Ihrem Gebäude zu verhindern:
- Regelmäßig stoßlüften: 3 bis 5 Mal täglich für 5 bis 10 Minuten, besonders nach dem Kochen, Duschen oder Schlafen.
- Relative Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent halten, messbar mit einem einfachen Hygrometer.
- Möbel mindestens 5 bis 10 Zentimeter von Außenwänden entfernt aufstellen, um die Luftzirkulation zu ermöglichen.
- Wärmebrücken durch nachträgliche Dämmung beseitigen.
- Wasserschäden sofort melden und fachgerecht trocknen lassen.
- Regelmäßige Gebäudeinspektion, insbesondere Keller, Dach, Fassade und Fensteranschlüsse.
- In feuchtigkeitsbelasteten Räumen wie Bädern für ausreichende Belüftung sorgen – idealerweise mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung.
Rechtliche Aspekte bei Schimmelbefall
Schimmel in Mietwohnungen führt häufig zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Die zentrale Frage ist: Liegt die Ursache in einem Baumangel oder in falschem Nutzerverhalten? Die Antwort bestimmt, wer die Kosten der Sanierung tragen muss. Ein gerichtlich verwertbares Gutachten durch einen Sachverständigen kann Klarheit schaffen und beiden Seiten Rechtssicherheit geben.
In München hat das Amtsgericht in mehreren Urteilen klargestellt, dass Vermieter für die Beseitigung von Schimmel aufkommen müssen, wenn ein Baumangel nachgewiesen wird – unabhängig vom Lüftungsverhalten des Mieters. Umgekehrt kann der Mieter für Schäden haften, wenn er nachweislich unzureichend gelüftet und geheizt hat. In der Praxis liegt die Ursache oft in einer Kombination beider Faktoren, was die rechtliche Einordnung erschwert.
Für Gewerbeobjekte gelten besondere Regelungen: Arbeitgeber sind nach der Arbeitsstättenverordnung verpflichtet, für ein gesundes Raumklima zu sorgen. Wird Schimmel in Büroräumen festgestellt, muss der Arbeitgeber umgehend Maßnahmen ergreifen. Bei Gesundheitsgefährdung kann die Berufsgenossenschaft die Nutzung der betroffenen Räume untersagen.
Kosten einer professionellen Schimmelsanierung
Die Kosten einer Schimmelsanierung hängen stark vom Ausmaß des Befalls und der Ursache ab. Für kleinere Sanierungen, etwa die Behandlung eines befallenen Wandabschnitts von wenigen Quadratmetern, können in München Kosten zwischen 500 und 2.000 Euro anfallen. Bei großflächigem Befall mit notwendiger Trocknung, Putzentfernung und Neuaufbau können die Kosten schnell auf 5.000 bis 15.000 Euro oder mehr steigen.
Wichtig: Vergleichen Sie nicht nur die Kosten verschiedener Anbieter, sondern achten Sie auf die Qualifikation und das Vorgehen. Ein seriöser Sanierer analysiert zunächst die Ursache, erstellt ein schriftliches Sanierungskonzept und gibt eine Gewährleistung auf seine Arbeit. Billiganbieter, die den Schimmel lediglich überstreichen, lösen das Problem nicht – der Befall kehrt zurück und die Kosten verdoppeln sich.
Schimmelprävention in Gewerbeobjekten
In Gewerbeobjekten und Bürogebäuden in München ist Schimmelprävention besonders wichtig, da neben der Gesundheit der Mitarbeiter auch arbeitsrechtliche und mietvertragliche Aspekte eine Rolle spielen. Facility Manager sollten ein systematisches Feuchtigkeitsmonitoring etablieren, das kritische Bereiche wie Kellerflächen, Dachgeschosse, Serverräume und fensterlose Innenräume regelmäßig überwacht. Automatische Sensoren, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontinuierlich messen und bei Überschreitung von Grenzwerten Alarm schlagen, sind eine lohnende Investition in die Prävention.
Schimmelprobleme professionell lösen lassen
Haben Sie Schimmel in Ihrem Gebäude entdeckt oder vermuten Sie einen verdeckten Befall? Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Je früher der Befall erkannt und fachgerecht beseitigt wird, desto geringer sind die Kosten und desto besser ist der Schutz für Gesundheit und Bausubstanz. Jetzt Angebot anfordern – wir beraten Sie unverbindlich und erstellen ein individuelles Sanierungskonzept für Ihr Objekt in München und Umgebung.
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